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Referenteninterviews

"Spartenradios als Internet-Medium weltweit empfangbar"

"Spartenradios als Internet-Medium weltweit empfangbar"

Gerhard Slotta, Chefredakteur von RADIO OLDTIMER spricht im Interview über die Audio-Ansprache der Classic Car Community, die Vorteile und Erwartungen als zielgruppenorientiertes Internet-Medium.

Welche Besonderheiten gibt in der «Ansprache» bei der Classic- & Youngtimer-Community»?
Slotta: Nun ja – die Altersstruktur der Classic- & Youngtimer-Community ist nicht homogen – tendenziell sind es eher ältere Menschen über 50 Jahre. Der Anteil der jüngeren Personen, die sich für das rostigste Hobby der Welt interessieren ist dagegen sehr viel kleiner. Wie immer ist es in solchen Fällen schwierig „Jung & Alt“ unter einen Hut zu bekommen und den unterschiedlichen Programmwünschen - auch im Musikangebot - gerecht zu werden.

Worin sehen Sie den größten «Innovationsbedarf» in Bezug auf die Classic-Car-Branche?
Slotta: Der Wandel der Medienlandschaft in Deutschland schreitet immer schneller und auf immer breiterer Front voran. Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem das geschriebene Wort vom Papier vielfach auf den Bildschirm gewandert ist, folgt jetzt das gesprochene Wort. Audio-visuelle Inhalte sind längst nicht mehr das Monopol von Fernseh- und Radiosendern. Im Internet etabliert sich eine Welt der digitalen Nachrichtenverbreitung, die auch diesen Sektor immer stärker einschließt. Ein Beispiel für die Wanderung von Medien ins Netz sind Internet-Radiosender. Ihre Ursprünge liegen sicherlich in der Verbreitung von Musikprogrammen, die in den Sendungen herkömmlicher Radios nicht oder kaum berücksichtigt werden. Hinzu kommen aber auch Spartenradio bzw. zielgruppenorienterte Radiosender wie RADIO OLDTIMER. Die Vorteile liegen auf der Hand:
-        24 Stunden / 7 Tage die Woche ein Voll-Programm
-        weltweite Empfangbarkeit des Programmes
-        tagsüber echte stündliche Nachrichten aus der ganzen Welt
-        aktuelle Berichte und Reportagen über Themen aus der Oldtimer-/Youngtimer-Szene
-        Sprachrohr für die Community und für Partner, Unterstützer und Sponsoren
-        u.v.m
Es liegt an der Classic- & Youngtimer-Community den Wert dieses neuen Mediums zu erkennen und für sich zu nutzen – auch mit Blick auf eine positive Einstellung der Bevölkerung zum Thema „Oldtimer“, allerdings mit abnehmender Tendenz.

Was erhoffen Sie sich vom OLDTIMER.MARKETING.FORUM, dem ersten Businesstreff für die Classic-Car- & Youngtimer-Branche?
Slotta: Ich erhoffe mir eine noch größer Aufmerksamkeit und Sensibilität für das Medium WebRadio und natürlich für RADIO OLDTIMER. Dieser Sparten- und Informationssender für die Oldtimer-Szene entspricht zu 100% dem Zeitgeist INTERNET und ist in der Lage ein Programm zu kreieren, das exakt auf den Bedarf einer scharf umrissenen Zielgruppe zugeschnitten ist und im Vergleich zu herkömmlichen Printmedien Informationen ohne Streuverluste, aktuell und zeitnah bereit stellen kann. Dabei steht neben der Information auch die Kunden- oder Hörerbindung als bestimmender Faktor der Programmgestaltung im Fokus.

„Vermeiden Sie Arroganz und bleiben Sie authentisch“

„Vermeiden Sie Arroganz und bleiben Sie authentisch“

Die AUTO BILD KLASSIK veranstaltet zwei der namhaftesten deutschen Rallyes. Die Bodensee-Klassik und die Hamburg-Berlin-Klassik ziehen zahlreiche Besucher und Oldie-Fans in ihren Bann. Stefan Müller, der Geschäftsführer und Vermarkter der beiden Klassik-Veranstaltungen spricht im Interview über Sponsoren, Konsum-Fans und Rock´n´Roll. 

Oldtimer-Events sind ein idealer Marktplatz, weil...
Müller: Für Sponsoren bietet sich hier die starke Möglichkeit, einerseits mit einer hochqualitativen Zielgruppe vor Ort mehrere Tage zu verbringen, Kontakte zu knüpfen und sich gegenüber einer stetig wachsenden Community eindrucksvoll und nachhaltig zu präsentieren.
Zum anderen bereist eine Oldtimer-Rallye weitreichende Landstriche, berührt damit unglaublich viele Menschen an den Strecken – oft mit den Programmheften in der Hand auf die Teilnehmer wartend – und erzielt einen kaum zu toppenden Media-Gegenwert und eine kraftvolle Reichweite.

Für welche Sponsoren sind Classic Car Veranstaltungen bedeutend?
Müller: Classic Car Veranstaltungen sind im Grunde für alle Arten von Konsumgüter, Qualitätsprodukte, Finanzdienstleister und Versicherer oder auch für alle Hersteller und Zulieferer aus der klassischen Automotive-/Zubehör-Ecke von Interesse. Oldtimer- und Youngtimer-Fans sind auch Konsum-Fans. Sie legen Wert auf einen anständigen Lebensstil, geben ihr Geld auch für private Güter aus (Uhren, Reisen, Kulinarik) und nutzen im Alltag ihr Auto oder mehrere Autos.

Welche Fehler werden häufig bei der Akquise neuer Sponsoren gemacht?
Müller: Man sollte sich nicht nur auf die immer gleichen Partner konzentrieren. Auch für einen speziellen Kaffee-Hersteller, einen Textil-Partner, Kreditkartenanbieter oder eben für viele andere Branchen ist eine Klassik-Veranstaltung eine sehr sinnvolle Plattform, wenn sie gut gemacht ist und Niveau bietet. Die Zielgruppe wird auch immer jünger. Ähnlich wie beim Golfsport, wird sie nicht mehr nur von „Einstecktuch“ und „Goldknopf“ beherrscht. Hier ist vermehrt einfach Rock´n´Roll der Jungen und Junggebliebenen angesagt!

Ihr Tipp für erfolgreiche Events?
Authentisch sein, Arroganz vermeiden, Leidenschaften ausleben, Spaß und Freude vermitteln und sich dem Thema Auto mit Lust und Energie widmen – abseits der aktuellen technokratisch negativ geführten Diskussion um das Auto an sich und um den mechanischen Antrieb. Dann werden solche Events auch erfolgreich sein.

„So werden aus Partnerschaften Freundschaften“

„So werden aus Partnerschaften Freundschaften“

Die Arosa ClassicCar feiert ihr 15. Jubiläum. Wie das historische Bergrennen zum „little Monaco der Berge“ wurde, welche Strategien es dafür gab und warum die heimische Bevölkerung voll mitzieht, darüber spricht Markus Markwalder, OK Präsident von Arosa ClassicCar im Interview.

Was war die größte Herausforderung, um dieses Image zu gewinnen?
Markwalder: Das erarbeitete Image basiert auf einem qualitativ hohen Angebot für Fahrer und Besucher. Und das über mehrere Jahre hinweg. Der Standard muss garantiert sein. Konstant müssen eine gut abgesicherte Strecke, eine strukturierte Organisation, reibungslose Abläufe sowie ein attraktives Teilnehmerfeld und ein tolles Rahmenprogramm sichergestellt sein.

Wie sieht der „typische“ Arosa ClassicCar-Teilnehmer aus?
Markwalder: Die Besucher sind Autofans, vom Kenner bis zum Laien, die einfach gerne mal laute Motoren hören und Zeit in Arosa verbringen wollen. Das Teilnehmerfeld ist auch sehr Abwechslungsreich: Man findet Fahrzeugjahrgänge von 1905 bis 1990. Die Anmeldungen nach den ausgeschriebenen Klassen (Competition-, Regularity- und Demonstrationsklasse) sind auch abhängig von den Lizenzgebühren von Auto Sport Schweiz.

Welchen Trend können Sie im Laufe der 15 Jahre ausmachen?
Markwalder: Die Anzahl der Teilnehmer und Besucher ist stetig gewachsen. Dies lässt sich sowohl auf infrastrukturelle Erweiterungen - wie die Vergrößerung der Fahrerlager - als auch das erweiterte Programm zurückzuführen. Ein Beispiel ist die Live-Bild-Übertragungen von der Strecke im Zielbereich.

Welche Strategie verfolgt die Tourismusregion?
Markwalder: Die Zuschauer, die Fahrer und die heimische Bevölkerung sind in den vielen Jahren zu einer großen Arosa ClassicCar Familie herangewachsen. Die Vorfreude auf das jährliche Wiedersehen ist enorm. Die hohe Servicequalität steht im Zentrum für die Organisation dieses nachhaltigen Events.
 
Welchen wirtschaftlichen Effekt bietet das Rennen für die Region?
Markwalder: Das historische Bergrennen ist das Event-Sommerhighlight. Es generiert eine hohe Wertschöpfung für die Region. Und auch das ist ein Grund, warum wir den großen Helferbedarf abdecken können.

Wie konstant sind Partnerschaften und Sponsoren?
Markwalder: Wir sind stets bemüht längerfristige Partnerschaften und Sponsoren-Vereinbarungen einzugehen. Wir schließen in der Regel Drei-Jahresverträge ab, die meist in diesem Zeitraum verlängert werden. Die Bedürfnisse unserer Partner sind uns wichtig und wir wollen immer eine Win-Win-Situationen schaffen. Aus Partnerschaften ergeben sich Freundschaften, die dadurch umso länger anhalten.

Vier Typen und eine Leidenschaft

Vier Typen und eine Leidenschaft

Es gibt die unterschiedlichsten Typen von Menschen, die dem Charme alter Autos erliegen. Stephan Lehnen, der Präsident des Deutschen Oldtimer Clubs, kennt die Community.

Mit über 32.000 Mitgliedern ist der Deutsche Oldtimer Club eine der größten markenunabhängigen Oldtimer-Gemeinschaften Deutschlands. Seit 2010 steht der Club seinen Mitgliedern mit Einkaufsvorteilen, Empfehlungen und individueller Hilfestellung zur Seite und engagiert sich darüber hinaus im Bereich der Verkehrssicherheit.

„Aber in erster Linie geht es um den Menschen“, erzählt Stephan Lehnen. Sie alle teilen eine gemeinsame Leidenschaft, die mit Worten kaum zu beschreiben ist. Denn Oldtimerbesitzer sind nicht gleich Oldtimerbesitzer. „Es gibt die unterschiedlichsten Typen von Menschen, die dem Charme alter Autos gleichermaßen erliegen“, meint Lehnen.

„Der Klassiker“ sei jener, der sich mit dem Auto einen Jugendtraum erfüllt, sei es aus wehmütigen Kindheitserinnerungen oder Jugendsehnsucht. Dann gibt es jene Menschen, die sich ein baujahrgleiches Fahrzeug zulegen, um als „gleichaltrige Gefährten“ über die Straße zu fegen. Ein besonders engagierter Oldie-Typ ist laut Lehnen „der Schrauber“. Er verbringt seine Freizeit am liebsten in der Werkstatt und scheut dabei auch die ölverschmierten Hände nicht. „Und es gibt „den Liebhaber“, der das klassische Automobil als Investition sieht.”

Der Deutsche Oldtimer Club steht allen Typen gleichermaßen offen. Und vielleicht macht gerade das den Reiz aus, beim Club zu sein.

„Der Hype von Käufern mit viel Geld und wenig Ahnung hat deutlich abgenommen“

„Der Hype von Käufern mit viel Geld und wenig Ahnung hat deutlich abgenommen“

Classic Data ist der Marktführer bei der Bewertung klassischer Fahrzeuge. Am Forum in Köln wird Martin Stromberg, der Geschäftsführer von Classic Data, wissenswerte Zahlen und Fakten aus den Old- und Youngtimer-Märkten präsentieren. Im Interview spricht Martin Stromberg über die Trends der Branche, Fehlinformationen und Stammtischgespräche... 

Der Großteil der Pkw-Fahrer glaubt, dass man einen gut erhaltenen Oldtimer erst ab 15.000 Euro bekommt – und liegt damit falsch. Woran liegt das?
Stromberg: Der Hauptgrund liegt in der Fehlinformation, oftmals bei „Stammtisch-Gesprächen“. Hinzu kommt, dass die Presse in erster Linie über High-End-Fahrzeuge und Top-Seller im Millionenbereich schreibt. Die eigentliche Oldtimerszene, die nicht die Rendite, sondern das tolle Hobby beim Oldtimer sieht, steht seltener im Fokus der Medien. Ein Beispiel: Einen schönen, 45 Jahre alten Käfer im Zustand 2 bis 3 bekommt man schon unter 10.000 Euro und auch ein Opel Kadett B ist deutlich unter 10.000 Euro zu haben. Selbst eine 35 Jahre alte Mercedes Benz Limousine (W 123) um die 10.000 Euro ist ein wunderbarer Einstieg in die Oldtimerszene. 

Worin unterscheidet sich die Zielgruppe Youngtimer- von den Oldtimer-Besitzern, abgesehen vom Alter ihrer Fahrzeuge?
Stomberg: Oftmals basiert der Bezug zum Fahrzeug aus der Kinderzeit. Ein 50jähriger Oldtimerbesitzer erinnert sich an James Dean oder Steve McQueen und die Filme mit den entsprechenden Fahrzeugen. Aber auch an das Quartettspielen mit den Siegerkarten, welche Autos zeigten die man gerne einmal fahren und besitzen möchte. Entsprechend sprechen wir von Porsche 356 oder 911 aber auch von Mercedes-Benz 300 SL oder BMW 507.

Und wie ist das bei den Youngtimern?
Stromberg: Bei den Youngtimer-Besitzern ist es ähnlich. Nur ist hier eher das Auto des Vaters ein Mercedes Benz 190 E gewesen, welchen man nun gerne als 16V fahren möchte oder der Dreier BMW, den man nun als 325i Cabrio auf dem Wunschzettel hat. Filme wie Fast & Furious und entsprechende Fahrzeuge die vielleicht ein Paul Walker gefahren hat, sprechen dieses Publikum natürlich eher an. Somit alles wie immer, nur etwas zeitversetzt.

Welcher Trend zeichnet sich bei den Classic Cars ab?
Stromberg: Grundsätzlich kann man sagen, dass der Oldtimermarkt sehr stabil ist. Der große Hype von Käufern mit viel Geld und wenig Ahnung von Oldtimer - welche nur die Rendite und nicht das Hobby sehen - hat deutlich abgenommen. Der Markt beruhigt sich. Für besondere Fahrzeuge mit besonderer nachgewiesener Historie oder Renngeschichte, wird es aber auch weiterhin immer Sammler geben, die den Wert dieser Fahrzeuge als Kulturgüter schätzen und hohe Preise bezahlen werden.

Ihr Fazit?
Stromberg: Das Wichtigste ist der Spaß und die vielen glücklichen Momente mit dem Oldtimer. Die Entschleunigung sobald man hinter dem Lenkrad seines Oldtimers sitzt. Wie viel Spaß hat man schon mit einer Aktie, die an der Wand hängt oder im Ordner liegt? Insgesamt bleibt festzuhalten, das es kaum etwas nachhaltigeres gibt als Oldtimer zu fahren (keine Belastung durch die Produktion usw.)